Altersdiskriminierung in Luzern: Geiz-Meister will bei den Alten sparen

Der SVP-Kantonsrat Beat Meister hat im Kantonsrat einen Vorstoss eingereicht, welcher verlangt, dass bei Menschen über 90 Jahren keine Kantonsbeiträge an Implantationen von künstlichen Prothesen mehr bezahlt werden sollten. Die JUSO Kanton Luzern ist empört, dass ein SVP-Kantonsrat erneut finanzielle Aspekte über die Gesundheit von Menschen stellt.

Heute wurde bekannt, dass der SVP-Kantonsrat und Arzt Beat Meister fordert, künstliche Prothesen bei über 90-Jährigen nicht mehr vom Kanton mitfinanziert werden sollten. Ohne den Verzicht auf Leistungen „werde die Schweiz die Kosten im Gesundheitsbereich nie in den Griff bekommen“, argumentiert der 58-Jährige gemäss der „Luzerner Zeitung“ (Online-Artikel, 29. Juli 2017). Für die JUSO Kanton Luzern hingegen ist klar, Profit darf nicht über Menschenleben stehen.

 

Dem SVP-Kantonsrat sind die Leben von jüngeren Menschen also wichtiger als die von älteren. Es entspricht auch völlig der Logik der SVP, dass Behandlungen zum Erhalten von Menschenleben durch die Linse der Profitmacherei betrachtet wird. Durch solche Aussagen wird älteren Menschen das Gefühl gegeben, dass ihr Leben nicht mehr genug wert ist, um eine volle Gesundheitssicherung zu erhalten.

 

„Es ist unglaublich, dass wir im Kanton Luzern ernsthaft darüber diskutieren, einige Menschenleben als nicht mehr genug wichtig zu betrachten, nur um allfällige Kosten einzusparen.“, so die Luzerner JUSO-Präsidentin Lorena Stocker. „Da muss man sich ernsthaft fragen, ob der SVP-Arzt seine eigenen Patient*innen ab einem gewissen Alter auch nur noch nach finanziellen Aspekten behandelt.“, fügt sie hinzu. Für die JUSO ist klar: Menschen haben nicht nur dann ein Recht auf Gesundheit, wenn dies ihrer Leistungsfähigkeit dient, sondern immer.

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