Die Luzerner Psychiatrie musste kürzlich die Reissleine ziehen und nimmt bis auf Weiteres keine neuen Anmeldungen für Autismus- oder ADHS-Abklärungen bei Erwachsenen mehr an. Der Grund für diese ultima ratio sind die langen Wartezeiten von bis zu 18 Monaten für Autismus- und 16 Monaten für ADHS-Abklärungen. Doch auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist die Lage ähnlich desaströs: Für eine Fachsprechstunde beim Ambulanten Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst beträgt die durchschnittliche Wartezeit 81 Tage.
Während der Regierungsrat lediglich darauf hofft, dass künftig mehr niedergelassene Fachpersonen einen Teil der Diagnostik übernehmen, leidet rund ein Drittel der Jugendlichen in der Schweiz täglich unter psychischen Problemen. Diese exekutive Ignoranz hat drastische Folgen: Suizid ist die häufigste Todesursache bei Jugendlichen. Jahrelang wurde die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Politik vernachlässigt. Die Folgen sind überlastete Institutionen, ungenügende Präventionsangebote und ein akuter Fachkräftemangel.
«Die Schliessung der Warteliste für Autismus-Abklärungen ist ein Armutszeugnis für die Luzerner Gesundheitspolitik. Mit unserer Initiative ‹Psychische Gesundheit der Jugend stärken!› schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Kinder und Jugendliche rechtzeitig die Hilfe erhalten, die sie brauchen», sagt Andrin Winzap, Vorstand JUSO Luzern. Diese Entwicklung zeigt einmal mehr, wie dringend unsere Initiative ist. Denn Hoffen allein löst die Versorgungskrise nicht. Es braucht jetzt verbindliche Massnahmen, genügend Fachpersonen und die Garantie, dass Kinder und Jugendliche rasch die notwendige Abklärung und Behandlung erhalten.