37 Kandidat*innen in drei Wahlkreisen nominiert

Medienmitteilung vom 7. Dezember 2018

Heute nominierte die JUSO Kanton Luzern ihre Listen für die kommenden Kantonsratswahlen. Die JUSO zieht mit 37 Kandidat*innen in drei Wahlkreisen in den Wahlkampf und setzt sich zum Ziel, mit Spitzenkandidatin Anna Gallati den Kantonsratssitz in der Stadt zurück zu gewinnen. 

Bei den Kantonsratswahlen am 31. März will die JUSO Kanton Luzern, wie bereits angekündigt, mit Spitzenkandidatin Anna Gallati den eigenen Kantonsratssitz zurückgewinnen. An der heutigen Mitgliederversammlung wurden neben Gallati noch 36 weitere Kandidat*innen für die JUSOplus (Jungsozialist*innen und Junge Linke)-Listen nominiert, mit Nachnominationen sollen die Listen noch weiter gefüllt werden. Die Liste aller Kandidat*innen finden Sie hier. «Wir freuen uns auf unseren Wahlkampf mit vielen motivierten Kandidat*innen – zusammen schaffen wir es, den Sitz zurück zu gewinnen!», so Lorena Stocker, Präsidentin der JUSO Kanton Luzern.

Ausserdem hat sich die JUSO Kanton Luzern entschieden, für den Regierungsrat Korintha Bärtsch und Jörg Meyer zu unterstützen. Der Entscheid fiel mit einer grossen Mehrheit aus.

Ebenfalls hat Lorena Stocker, Präsidentin der JUSO Kanton Luzern, angekündigt, am JUSO-Parteitag im April 2019 nicht erneut für das Präsidium zu kandidieren. «Ich denke, nach den Wahlen und nach zu dem Zeitpunkt zwei Jahren im Präsidium ist es ein guter Moment, um Platz für neuen Wind zu machen», begründet sie ihren Entscheid.

Warum wir wieder in den Kantonsrat sollten

Rede von Anna Gallati, Spitzenkandidatin JUSO für die Kantonsratswahlen

 

Liebe Genossinnen und Genossen

 

Als ich  angefragt wurde, mich als Spitzenkandidatin für die Kantonsratswahlen zu bewerben, war meine erste Reaktion ein lauter Lacher. Wer will Teil eines Parlaments sein, welches sich durch Ignoranz, unsolidarisches Denken und Rückschrittlichkeit  auszeichnet? Wer will Abbau in der Bildung, im Sozialen und der Kultur mittragen, sich Diskussionen stellen die keine Diskussionen sein dürften? Ja, liebe Genossinnen und Genossen, so absurd wie es klingt – so schnell kam für mich die Einsicht: Es gibt wohl keine sinnvolleren Gründe, als die zuvor genannten, um für seine Haltung einzustehen und diese zu verteidigen.

Ich will mich bei den kommenden Wahlen im März nicht wieder fragen müssen, wie es sein kann, das genau die gleichen weissen, alten, konservativ denkenden Männer in die Regierung wiedergewählt werden, die unseren Kanton seit den letzten vier Jahren Stück um Stück abbauen, klein machen und zerstören. Diesen Männern will ich mit meiner Kandidatur und eurer, vor den Kopf stossen, sie provozieren — und vor allem den Jungen in diesen Kanton zeigen, dass Politik etwas anderes sein kann als konservative, marktorientierte Entscheidungen zu fällen.

Denn wir leben in einem Kanton, in dem es noch immer möglich ist, eine gescheiterte Steuerstrategie als sinnvoll und notwendig zu verkaufen. Einem Kanton, der jedes Jahr eine andere Schule schliessen will. Einem Kanton, in dem der Lohn einer Künstlerin immer noch mit Klatschen in Verbindung gebracht wird. Einem Kanton der sich gerne über die Jugend beschwert, über ihren Kopf hinweg entscheidet und gleichzeitig zu wenig Plattformen zur Meinungsäusserung oder Austausch bietet.

Klar, es gibt Jugendhäuser, wie zum Beispiel das Treibhaus. Reicht das? Nein. Es braucht Freiräume, in denen die städtischen und kantonale Subventionen nicht an Bedingungen geknüpft sind. Es braucht Räume in welchem Menschen autonom gestalten und ausprobieren dürfen – ohne sich an Vorgaben von oben halten zu müssen. Ein Raum in dem politische Bildung stattfindet, eine Bewegung entstehen kann. Ohne jeglichen Konsumzwang und auf direkt überprüfbaren „Jugendarbeitszielsetzung“ gestützt. Wie ist es möglich, das Luzern als eine der einzigen Städte kein autonomes Jugendzentrum entwickelt oder gar als möglich erachtet?
Statt sich dieser Frage zu stellen, überlegt man sich mit welchem Ton man uns am effektivsten von öffentlichen Räumen fernhält. Das Inseli soll nur ein Anfang sein, kämpfen wir gemeinsam für Freiräume im gesamten Kanton!

Doch reicht es noch lange nicht Räume zu erschliessen. Wenn SchülerInnen wegen der Kantonsschule schon verschuldet ihr Studium beginnen müssen und sich dann erneut verschulden müssen im Studium – wenn sie kein Stipendium kriegen – kann man nicht von einer zugänglichen Bildung sprechen. Der Kanton Luzern hat sich schweizweit durch seine absurd unnachhaltige und peinliche Bildungstrategie bekannt gemacht. Grössere Klassen, weniger Freifächerauswahl, Zwangsferien und die steigenden Kosten und gestrichenen Stipendien sind ein Armutszeugnis der Neoliberalisierung unserer Bildung, unserer Zukunft. Jahr um Jahr. Gehts eigentlich noch?

 

Dem müssen wir entschieden etwas entgegen setzten, uns wehren. Doch gilt es nicht nur dem Kanton Druck aufsetzen. Die SP ist die stärkste Partei in der Stadt, die SP Kanton Luzern wird gestärkt aus diesen Kantonsratswahlen gehen. Und genau deswegen müssen wir als JUSO, wir als Junge, ihnen auf die Finger schauen – wenn sie wie so oft Strategie über Ideologie stellen, wie beispielsweise eine Listenverbindung mit der BDP eingehen wollen, Steuern für Bevölkerung erhöhen und gleichzeitig die absurde Tiefsteuerstrategie der Unternehmen  beibehalten, den eigenen Stapi unter keinen Umständen kritisieren, obwohl es definitiv schon mehrmals von Nöten gewesen wäre. Mir wäre es eine Ehre, im Namen von euch, nicht nur unseren politisch Entgegenstehenden, sondern auch unseren Mitkämpfern und Mitkämpferinnen ab und an den Karren zu fahren. Nicht nur, weil der Spassfaktor dabei sicherlich nicht gering ist, sondern vor allem weil wir als Jungpartei nicht nur das Privileg dazu haben, sondern auch eine Verantwortung, die Grenzen des Pragmatismus auf zu zeigen.

Ich will nicht in einem Kanton weiterleben, in dem ich jeden Tag das Luzerner Käseblatt aufschlagen und mich aufregen muss – es ist Zeit etwas zu ändern, ich würde mich freuen, in Form der Spitzenkandidatur etwas zu dieser Veränderung beitragen zu können.

Fordern wir gemeinsam unseren Raum, in der Stadt, im Kanton und im Kantonsrat.

Danke für euer Vertrauen – Zusammen holen wir unseren Sitz zurück und machen den Kanton wieder rot.

 

Erdogan’sche Verhältnisse im Kanton Luzern?

Der Regierungsrat des Kantons Luzern verweigert dem Projekt „Luzern – der Film“ kantonale Fördergelder, dies entgegen der Empfehlung der beratenden Kommission. Die JUSO Kanton Luzern ist schockiert davon, dass die Regierung scheinbar aus politischer Motivation Gelder für kritische Projekte verweigert und so in Richtung der Zensur geht.

 

Fadenscheinig statt ehrlich: Die Regierung des Kantons Luzern verweigert dem Projekt „Luzern – der Film“ kantonale Kulturförderungsgelder. Dies sogar entgegen der Empfehlung der beratenden Kommission. Es ist das erste Mal seit Jahren, dass sie nicht auf diese Kommission hören.

 

Es überrascht an sich gar nicht, dass die Luzerner Regierung Gelder für ein kritisches Filmprojekt verweigert. Schliesslich könnte dieses einigen Menschen zeigen, was für eine unsolidarische Politik, von der nur Reiche und Unternehmen profitieren, der Kanton Luzern seit Jahren betreibt. «Es ist absolut unhaltbar, dass die Regierung ausgerechnet bei einem kritischen Film die Kommissionsempfehlung nicht umsetzt. Damit geht der Regierungsrat in Richtung der Zensur und verweigert Geld ausgerechnet dort, wo sie wissen, dass es ihrer eigenen Wiederwahl schaden könnte.», so Lorena Stocker, Präsidentin der JUSO Kanton Luzern.

 

«Auch die Begründung der Regierung, man wolle damit verhindern, dass der Film nicht mehr unabhängig ist, wirkt sehr gesucht – offensichtlich wollten die fünf Herren nur verhindern, dass kritisch über sie berichtet wird.», fügt Jonas Ineichen, Vizepräsident der JUSO Kanton Luzern hinzu. «Sowas ist vielleicht für Despoten wie Erdogan normal, aber die Luzerner Regierung sollte schleunigst über die Bücher und schauen, an was für einer Art von Politik sie sich da orientiert», merkt Lorena Stocker an. Für die JUSO ist klar: Wir wollen Kulturförderung, nicht politisch motivierte Zensur! Deshalb fordern wir die Regierung auf, von ihrem Zensur-Trip wegkommen und auch für kritische Kulturschaffende Förderungsgelder sprechen.

 

Ändere die Welt – sie braucht es!

Es ist eine gute Weile her, da war ich schockiert, weil bekannt wurde, dass der Kanton Luzern irgendwann einfach aufgehört hat, im Bereich Menschenhandel zu ermitteln – das Geld fehlte scheinbar. Wie absurd: Unternehmen auf der ganzen Welt fahren Milliardengewinne ein, welche an irgendwelche Aktionär*innen gehen, die teilweise so viel Geld haben, dass sie es kaum jemals alles ausgeben könnten – ich denke an Bill Gates oder Mark Zuckerberg, steinreiche Typen, die dann noch dafür abgefeiert werden, wenn sie mal einen winzigen Bruchteil davon an irgendwelche Hilfsprojekte spenden, oder den Chef von den Schindler Aufzügen, der bei gefühlt jeder Initiative damit androht, aus dem Kanton Luzern wegzuziehen, sollte es nicht zu seinem Gunsten ausfallen.

Was mich schon seit langer Zeit stört an dieser Heroisierung von reichen Dudes, die Geld an Hilfsprojekte spenden, ist nicht die Tatsache, dass sie dies spenden – sondern die Tatsache, dass sie überhaupt so viel Geld haben. Sie haben das Geld nicht, weil sie irgendwie einfach viel bessere Menschen sind – sondern weil sie in ihren Unternehmen Ausbeutung betreiben, weil sie systematisch Steuern hinterziehen, weil sie und ihre Konzerne demokratisch nicht kontrollierbar sind und, wie auch viele kleinere Unternehmen, jedes Mal mit Wegzug drohen, wenn sie nicht das bekommen, was sie wollen.

Ich bin Demokratin. Und ich bin fest davon überzeugt, dass nur mehr Demokratie der richtige Weg ist. Und deshalb bin ich auch Sozialistin: In einem System – also dem Kapitalismus – in dem wenige Reiche darüber bestimmen können, was mit Milliardengewinnen passiert, ist die Demokratie letztlich eine Farce. In einem System, in welchem Leute, die das Glück hatten, in einer reichen Familie geboren zu werden, immer mehr Geld bekommen, weil sie es gut anlegen können und währenddessen Kinder verhungern, weil ihre Eltern für sich und ihre Kinder noch nicht mal genug Essen zum Überleben kaufen können, möchte ich auch nicht leben. Ich möchte eine Gesellschaft, in der demokratisch – wirklich demokratisch – die Regeln zum gemeinsamen, solidarischen Zusammenleben festgelegt werden, und das auch für die Unternehmen – denn es ist keine Demokratie, wenn Reiche so viel mehr Macht haben, dass sie durch Androhungen vom Wegziehen ganze politische Entscheide eigenhändig für sich gewinnen können.

Es gibt generell vieles auf dieser Welt, was mich stört. Ich hatte per Zufall das Glück, in einer einigermassen wohlhabenden Familie in einem wohlhabenden Land im Frieden geboren zu werden, das Glück, einen „guten“ Pass zu bekommen, ohne jemals etwas dafür zu leisten. Ich hatte einfach Glück. Andere Menschen haben dieses Glück nicht, müssen um die halbe Welt flüchten, verlieren ihre Familien im Kriegen, müssen als Kinder beginnen zu arbeiten damit ihre noch kleineren Geschwister nicht verhungern, haben nie die Möglichkeit, wie ich eine Hochschule zu besuchen.

Ich kann nichts dafür, dass ich hier geboren wurde, in einem Land, in welchem ich viele Privilegien geniesse, in einem Land, in dem ich nicht wirklich grosse Angst vor einem herannahenden Krieg haben muss. Ich kann auch nichts dafür, dass ich auch in diesem Land zu den Privilegierten gehöre, denjenigen, die auf keine Prämienverbilligungen angewiesen sind, die sie dann dem Kanton Luzern plötzlich zurückzahlen müssen und vor einem riesigen Finanzproblem stehen.

Aber ich kann etwas dafür, wenn ich nichts dagegen mache.

„Ändern, was dich stört“ lautet das Leitmotto der JUSO und ganz ehrlich, noch besser könnte ich meine politische Antriebskraft nicht bezeichnen als mit diesen vier Worten. Mich stört es, in einer Gesellschaft zu leben, in der Profite wichtiger als Menschenleben sind. In einer Gesellschaft, in der das Aufrechterhalten einer misslungenen Steuerstrategie, welche Reichen und Unternehmen hilft, als wichtiger betrachtet wird, als dass die Schulen das ganze Jahr geöffnet sind. In einer Gesellschaft, in der Frauen* noch immer etwa 20% weniger verdienen und die Leute finden, die müssten halt einfach besser verhandeln. In einer Gesellschaft, in der es scheinbar wichtiger ist, Hausbesetzer*innen zu verurteilen, als Prämienverbilligungen auszuzahlen.

Die Welt braucht Veränderung, doch für Veränderung braucht es viele, für Veränderung braucht es unser aller Engagement und für grosse Veränderungen braucht es immer auch kleine Veränderungen, auch in den Kantonen und in den Gemeinden. Auch deines. Deswegen: Ändere mit uns den Kanton Luzern, die Schweiz und die Welt, sie brauchen es. Werde jetzt JUSO-Mitglied.

 

 

Lorena Stocker, Präsidentin JUSO Kanton Luzern

Ein weiterer schwerzmann’scher Fehlentscheid

Nach elf Jahren im Luzerner Regierungsrat hat Marcel Schwerzmann heute angekündigt, erneut zu kandidieren. Die JUSO Kanton Luzern lehnt diesen Entscheid klar ab, ist jedoch eigentlich nicht erstaunt, dass von Marcel Schwerzmann mal wieder ein Fehlentscheid kommt.

Bereits im August 2014 forderte die JUSO Kanton Luzern in einem offenen Brief Marcel Schwerzmann auf, nicht erneut für den Regierungsrat zu kandidieren. Statt klugerweise auf uns zu hören, tat er es doch nochmals und machte nach seiner Wiederwahl erneut vier Jahre lang unmenschliche Abbaupolitik auf Kosten aller ausser der Unternehmen und Superreichen.

Die Bilanz nach elf Jahren schwerzmann’scher Steuerpolitik lässt sich sehen (vorausgesetzt mang mag Horrorfilme über neoliberale Abbauwut): Es gab Zwangsferien, Familien mussten Prämienverbilligungen zurückzahlen, Freifächer wurden abgeschafft, im Bereich Menschenhandel wurde irgendwann fast nicht bis gar nicht mehr ermittelt, drohende Schulschliessungen waren eine normale Jahresende-Erscheinung, Menschen mit einer Behinderung können nicht mehr angemessen betreut werden, Lehrer*innen arbeiten länger (selbstverständlich ohne Lohnanpassungen), Klassen wurden auf pädagogisch äusserst fragwürdige Zahlen an Schüler*innen aufgestockt, die Stipendien wurden um mehrere Millionen Franken gekürzt zwischen 2014 und 2017… Die JUSO Kanton Luzern könnte diese Liste natürlich noch um einiges verlängern, aber der Effekt von der von Marcel Schwerzmann mitgetragenen Politik ist klar erkennbar schlecht für den grössten Teil der Bevölkerung.

«An sich überrascht es uns natürlich nach einer gefühlt ewig langen Liste von Fehlentscheidungen kaum, dass Marcel Schwerzmann sich erneut klar falsch entscheidet.», so Lorena Stocker, Präsidentin der JUSO Kanton Luzern. «Nun hoffen wir aber darauf, dass der stimmberechtigte Teil der Bevölkerung im März endlich einen Schlussstrich unter die elf Jahre Schwerzmann zieht und ihn in die verdiente politische Pension schickt», fügt sie hinzu. «Und auch die anderen rechtskonservativen Abbaufanatiker*innen in Regierung und Parlament sollten endlich Verantwortung für den unhaltbaren Abbau übernehmen. Leider wird dieses Problem wohl nur durch die Wähler*Innen lösbar sein», merkt Jonas Ineichen, Vizepräsident der JUSO Kanton Luzern, an. Denn nur durch einen grundsätzlichen Wechsel in der Luzerner Politik kann etwas gegen das riesige Fiasko gemacht werden, welches die rechtskonservativen Parteien CVP, FDP und SVP in den letzten Jahren angerichtet haben.
Zum Wiederantritt Schwerzmanns lässt sich abschliessend nur propagieren: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Auch wenn der jahrelange Abbau in Luzern von derlei Gefühl kaum was übrig gelassen hat.

Botschaft platziert: Frauen* in die Regierung!

Aktivist*innen der JUSO Kanton Luzern haben in der Stadt Luzern ihre Botschaft verteilt und klar gemacht: Frauen* gehören angemessen vertreten in Parlament und Regierung!

Nicht ohne uns!

beschlossen am Parteitag vom 20. April 2018

 

„Nicht ohne uns“ lautete der Name der Veranstaltung kurz vor den Regierungsratswahlen im Kanton Luzern 2015, mit der die SP Kanton Luzern aufmerksam machen wollte darauf, dass bei einer Nichtwahl von Felicitas Zopfi keine einzige Frau* mehr in der Luzerner Regierung vertreten wäre.

Drei Jahre später, am 18. April 2018, macht die SP Kanton Luzern ihren Vorschlag für die kommenden Regierungsratswahlen bekannt – mit einem Mann* soll der drei Jahre zuvor verlorene Regierungsratssitz zurückgewonnen werden. Höchstwahrscheinlich würde dieser bei einer Wahl in einer weiterhin rein männlichen Regierung politisieren.

Für die JUSO Kanton Luzern ist klar: Eine SP, die sich selbst als feministische Partei sieht, setzt ihre Glaubwürdigkeit damit massiv aufs Spiel. Nicht nur ist es ein Widerspruch mit der Argumentation derselben Partei drei Jahre zuvor, es ist für eine feministische Partei auch unglaubwürdig, in einer reinen Männer*regierung vertreten zu sein. Auch die Begründung, Frauen* würden halt einfach nicht in solche Ämter wollen, wäre falsch – Frauen* werden darauf sozialisiert, sich selber weniger zuzutrauen und zurückhaltender zu sein, weshalb sie für öffentlichkeitswirksame Ämter häufiger zögern und mehr gefördert werden müssen. Die SP müsste sich diesem Umstand bewusst sein und deshalb aktiv Frauen*förderung betreiben – und nicht etwa bei der Medienkonferenz zum Kandidaturvorschlag die fadenscheinige Begründung äussern, dass die SP bereits viele Frauen* in anderen Ämtern hat und deshalb nun „ein Mann an der Reihe ist“.

Damit sich eine solche Situation nicht wiederholt, fordert die JUSO Kanton Luzern von der SP:

  • Eine umfassende, interne Frauen*förderung mit einem Mentoring-Programm aufbauen, um langfristig Frauen* für solche Ämter zu stärken
  • Feministische Themen durch feministische Bildungsangebote in der Partei verankern und die Thematik der strukturellen, patriarchalen Unterdrückung ins Bewusstsein der Basis verankern
  • 50% Frauen*quote auf Listen für den Kantonsrat, aber auch in Gremien wie der Geschäftsleitung und im Präsidium
  • Konsequent darauf achten, dass immer mindestens Parteipräsidium und/oder Fraktionspräsidium in den Händen einer Frau* sind
  • Die Sektionen bei der Frauen*förderung unterstützen und dafür sorgen, dass nicht immer erst vor den Wahlen auffällt, dass es gar keine Frauen* hat die kandidieren könnten
  • Durch Frauen* als Vorbilder in öffentlichkeitswirksamen Positionen mehr Frauen* dazu motivieren, der Partei beizutreten und sich zu engagieren

Stoppt die sexualisierte Gewalt und den Sexismus!

Noch immer sind Frauen* täglich Sexismus ausgesetzt und ein grosser Teil der Frauen* erleben im Laufe ihres Lebens sexualisierte Gewalt. Das darf nicht sein – kämpfen wir gemeinsam dagegen an, nicht nur heute am Weltfrauen*tag, sondern an jedem Tag und überall. Damit die Schilder in Zukunft leer bleiben können.

Eine Aktion der JUSO Kanton Luzern vom 8. März 2018

Euer Abbau zerstört Leben!

Heute hat die JUSO Kanton Luzern eine Aktion im Kantonsratssaal zu den Abbaumassahmen des Kantons Luzern durchgeführt. Mit der Botschaft „Euer Abbau zerstört Leben!“ wollte die JUSO ein klares Zeichen gegen den anhaltenden, grässlichen Abbau im Kanton Luzern setzen.

Ob Prämienverbilligungen, die zurückbezahlt werden müssen, Kinder mit schwerer Behinderung, die nur noch zwei Mal die Woche Duschen dürfen, Kulturschaffende, deren Existenzen mit harten Abbaumassnahmen immer mehr bedroht werden oder die Bildung, die immer wieder unter den Sparhammer fällt – der Abbau in Luzern hat es in sich. Zunehmend werden mit den Kürzungen Menschenleben bedroht, wie das jüngste Beispiel der unterlassenen Ermittlungen im Bereich Menschenhandel zeigt.

Für die JUSO Kanton Luzern ist klar: Dieser Abbau kann und darf so nicht weitergehen! Wir fordern eine sofortige Wiederaufnahme der Ermittlungen im Bereich Menschenhandel, eine Rücknahme der Kürzungen bei den Prämienverbilligungen und die daraus resultierende fällige Rückzahlung der bereits ausbezahlten IPV sowie eine sofortige, grundsätzliche Diskussion über die Steuerpolitik, welche von den Rechtskonservativen bisher immer vermieden wurde.

„Es kann nicht sein, dass der Kanton Luzern an Stellen spart, wo es um die Leben der Menschen geht und zugunsten der Tiefsteuerstrategie jegliche Moral geopfert wird.“, so Lorena Stocker, Präsidentin der JUSO Kanton Luzern. „Wir als JUSO werden nicht aufhören, uns gegen diese unmenschliche Politik zu wehren!“, fügt Priya Kumar, Vorstandsmitglied der JUSO Kanton Luzern, hinzu.

Mehrheit der Bevölkerung hält Tiefsteuerstrategie für gescheitert – Regierung und Bürgerliche müssen endlich Konsequenzen ziehen

Gestern wurden die Ergebnisse der Nachwahlbefragung zur Abstimmung vom 21. Mai bekannt. Diese zeigen klar auf, was die JUSO Kanton Luzern bereits am Tag der Abstimmung sagte: Die Bevölkerung hält die Tiefsteuerstrategie für misslungen.

 

Durch die Befragung nach der Abstimmung zur Steuerfusserhöhung wurde klar: Eine grosse Mehrheit der Bevölkerung hält die Tiefsteuerstrategie für erfolglos. Dies betonen die JUSO und anderen linken Parteien seit Jahren – und werden damit von den bürgerlichen Parteien nicht ernst genommen.

 

Dass die bürgerliche Parlamentsmehrheit und Männer*regierung seit Jahren den Kanton Luzern an die Wand fahren, ist schon schlimm genug. Die JUSO Kanton Luzern hofft nun, dass wenigstens durch diese Umfrage, bei der auch Abbau in den meisten Bereichen klar abgelehnt wurde, den Bürgerlichen endlich die Augen geöffnet werden, denn um den Kanton nicht komplett kaputt zu sparen, braucht es nun dringend ein steuerpolitisches Umdenken.

 

Um nur ansatzweise wieder auszugleichen, was die ruinöse Steuerpolitik in den letzten Jahren angerichtet hat, fordert die JUSO, dass sowohl die Liegenschaftssteuer wieder eingeführt wird, als auch die Steuerprogression massiv erhöht werden soll. Ebenso ist eine Erhöhung der Unternehmenssteuer für die JUSO unabdingbar. „Wenn die Regierung an dem Punkt, an dem wir nun dank dem jahrelangen Augenverschliessen der Bürgerlichen angekommen sind, nicht begreift, dass eine steuerpolitische Kehrtwende nötig ist, fürchten wir, dass eine Besserung unter dieser Regierung nicht möglich sein wird.“, so Lorena Stocker, Präsidentin der JUSO Kanton Luzern. Sollte die Regierung nicht bereit sein, nun einen Richtungswechsel in der Finanzpolitik mitzutragen, ist für die JUSO klar, dass es für die fünf Herren* Zeit ist, aus ihren Ämtern zurückzutreten.